Tesla öffnet in den Niederlanden zehn Supercharger-Standorte für Fahrer von E-Fahrzeugen anderer Marken. Der Vorstoß soll als Testballon dienen, um Erfahrungen mit der Nachfrage zu machen. Zugänglich sind die zehn Standorte zunächst nur für E-Autofahrer, die in den Niederlanden gemeldet sind.

Gerüchte um eine Öffnung des proprietären Supercharger-Netzwerks von Tesla gibt es schon lange. Jetzt initiiert Tesla offiziell ein “Non-Tesla Supercharger-Pilotprojekt” an zehn Standorte in den Niederlanden, konkret in Sassenheim, Apeldoorn Oost, Meerkerk, Hengelo, Tilburg, Duiven, Breukelen, Naarden, Eemnes und Zwolle. Ab sofort sind die dortigen Supercharger auch für niederländische Nicht-Tesla-Fahrer über die Tesla-App (Version 4.2.3 oder höher) zugänglich. Fahrer von Tesla-Fahrzeugen können die Stationen freilich ebenfalls wie gewohnt nutzen.

Auf seiner Webseite kommentiert Tesla den Vorstoß wie folgt: “Es war schon immer unser Bestreben, das Supercharger-Netzwerk auch für Nicht-Tesla-Elektroautos zu öffnen und damit mehr Autofahrer zu ermutigen, elektrisch zu fahren. Dieser Schritt unterstützt direkt unsere Mission, den Übergang der Welt zu nachhaltiger Energie zu beschleunigen. Mehr Kunden, die das Supercharger-Netzwerk nutzen, ermöglichen eine schnellere Expansion. Unser Ziel ist es, schnell zu lernen und zu verbessern und gleichzeitig das Netzwerk aggressiv zu erweitern, so dass wir schließlich sowohl Tesla- als auch Nicht-Tesla-Fahrer an jedem Supercharger weltweit willkommen heißen können.”

Seit der Initiierung des Tesla-eigenen Ladenetzes im Jahr 2012 sind nach aktuellem Stand weltweit inzwischen mehr als 25.000 Supercharger am Netz. Bevor der Zugang für Fremdmarken auch an anderen Standorten geöffnet wird, will Tesla an den zehn niederländischen Standorten nun zunächst die Auswirkungen überprüfen, eine eventuelle Überlastung erfassen und das Feedback auswerten. „Zukünftige Standorte werden nur für Fahrzeuge anderer Marken geöffnet, wenn die Kapazität dies erlaubt“, so Tesla.

Welchen Preis Tesla für Fremdmarken an den zehn Pilot-Standorten aufruft, bleibt vage. “Die Preise variieren je nach Standort”, teilt der Elektroautobauer mit. Man könne sie vor Ladebeginn in der Tesla-App einsehen. Der Preis pro kWh könne mit einer Lademitgliedschaft gesenkt werden, fügt das Unternehmen noch hinzu. Aus diversen Posts und Twitter-Kommentaren geht zur Orientierung aber hervor, dass Tesla an einem der Standorte 0,57 Euro/kWh aufruft. Blockiergebühren gelten künftig für Tesla- und Fremdmarken-Fahrzeuge gleichermaßen.

Grundsätzlich dürfte der Preis eines der Unterscheidungsmerkmale sein, um Tesla-Fahrer weiterhin zu bevorteilen. Das geht aus folgendem Statement von Tesla hervor: “Die Preise für Nicht-Tesla-Fahrer spiegeln die zusätzlichen Kosten wider, die durch die Unterstützung des Ladens einer breiten Palette von Fahrzeugen und die Anpassung unserer Standorte an diese Fahrzeuge entstehen.” Auch die Abwicklung des Ladevorgangs, die bei Tesla-Fahrern per Plug&Charge funktioniert, ist für Fremdmarken mit mehr Aufwand verbunden. So muss per App eine Zahlungsmethode hinterlegt und der Lader am Standplatz aktiviert, das Laden dann manuell gestartet und gestoppt werden.

Was die Kabellänge angeht, macht Tesla abschließend darauf aufmerksam, dass “bestimmte Supercharger-Standorte möglicherweise nicht für alle Fahrzeuge geeignet sind”.

Überraschend kommt das Pilotprojekt unterdessen nicht – eher mit Ansage. Im Rahmen einer Telefonkonferenz zu den Q2-Quartalszahlen hatte Tesla bereits Ende Juli erste offizielle Informationen geliefert, wie die geplante Öffnung des Supercharger-Ladenetzes für Elektroautos anderer Hersteller ablaufen könnte. Schon seinerzeit teilte Tesla mit, dass die eigene App dabei eine zentrale Rolle spielen werde, da die E-Autos anderer Hersteller nicht wie die Teslas mit dem Supercharger kommunizieren können.

Tesla-CEO Elon Musk sagte bereits im Juli, dass die Öffnung in allen Märkten umgesetzt werden solle, in denen Tesla auf den CCS-Standard setzt – also etwa Europa. In den USA verwenden die Kalifornier bekanntlich einen eigens entwickelten Ladestandard. Hierfür wird Tesla laut Musk einen Adapter anbieten, damit die Fahrzeuge anderer Hersteller – etwa mit einem CCS1-Anschluss – an dem US-Supercharger mit Tesla-Standard laden können. Was der Adapter kosten soll, ist noch nicht bekannt.

Interessant auch: Musk skizzierte im Sommer bereits grobe Züge der Preisgestaltung, die so aus der aktuellen Mitteilung zum Pilotprojekt in den Niederlanden nicht hervorgehen: Man plane eine „fortschrittlichere dynamische Preisgestaltung basierend auf der Ladegeschwindigkeit und dem Verkehr an bestimmten Stationen einzuführen, um kürzere Ladevorgänge zu fördern“, hieß es seinerzeit. Sprich: Wer langsamer lädt (und damit die Ladestation länger belegt), soll mehr zahlen. Auch in Stoßzeiten könnte der Preis je Kilowattstunde angehoben werden, um die Auslastung zu steuern.

Zu einer potenziellen Umsetzung der Öffnungsstrategie in Deutschland mit den Vorgaben des Eichrechts und der Ladesäulenverordnung sind ebenfalls noch keine Details bekannt.
tesla.com

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Quelle: Suchergebnisse für „feed“ – electrive.net
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